Belletristik

  • Taube und Wildente

    Kreativität ist eine Sache für sich: Leerer Bogen, Idee im Kopf, Formulierungen fallen auf das Blatt, Begriffe beargwöhnen sich, drängen sich vor das Auge des Verfassers, vernebeln nicht selten die Zielsetzung. Ruprecht Dalandt, Inhaber eines kleinen Verlages, kämpft mit seinem Vorhaben, einen Dante-Essay zu schreiben. Nicht die einzige Herausforderung, der er sich stellen muss.

  • Tomás Nevinson

    Was zeichnet einen exzellenten Roman aus? Nicht selten gleich der erste Satz. Erste Sätze gelten als schwierig, manchmal uneinlösbar. Mit Scheitern verbunden. Gerade dieses tragische Scheitern macht sie dann zu großen ersten Sätzen. Marías gelingt die Kunst den ganzen Roman in diesem ersten Satz zu beschließen: „Ich wurde nach alter Schule erzogen und hätte nie gedacht, dass man mir eines Tages auftragen würde, eine Frau umzubringen.“

  • Die Summe des Ganzen

    Das Unsagbare sagen, das Unvorstellbare zeigen, dem Opfer die Stimme geben. Beginnend mit dem Synodalen Weg bis zum Skandal in der größten deutschen Erzdiözese Köln um sogenannte rechtsfehlerhafte Gutachten und die Instrumentalisierung des Betroffenenbeirates, multum non multi. Lärm verbreiten dient den Interessen bestimmter Kreise ebenso wie das große mea culpa, mea maxima culpa. Beides verdeckt was fehlt: die Stimme der Opfer.

  • Milch Blut Hitze

    Florida – Sunshine-State. Feuchtwarme Hitze dringt in alle Ritzen, beschert tropische Nächte, die auslaugen, keine Erholung spenden, zumal dann nicht, müssen mehrere Jobs abgearbeitet werden, fressen die Mieten, die Lebenshaltungskosten das Leben derjenigen Menschen auf, die Sunshine nur als Hitzebelastung kennen. – Elf Kurzgeschichten führen uns in dieses Land, zeigen Figuren aus der erodierenden Mittelschicht, die auf verschiedene Weise kämpfen müssen, um ihr Leben zu erhalten.

  • Witz

    Joshua Cohen bei Schöffling: Vier neue Nachrichten, Buch der Zahlen, Solo für Schneidermann, Auftrag für Moving Kings. Pushcart Prize (2012), Mantanel Award for YoungPromising Jewish Writer/Poet (2013). Von „Granta“ (2017) zu einem der zehn besten zeitgenössischen Jungautoren gewählt. 2017/18 Samuel-Fischer-Gastprofessor an der FU Berlin.

  • Der große Sommer

    In diesen Tagen über die Polarisierung oder gar Spaltung der Gesellschaft zu sprechen und zu schreiben, ist Trend, erzeugt Aufmerksamkeit. Im Pandemie-Jahr II scheint es, ist die Zerrissenheit nie größer gewesen, sind die Bedrohungen nie ernster gewesen (Stichwort „hybride Kriegsführung“, Migranten als „Waffe“), scheint die Ohnmacht und Hilflosigkeit eine ganze Gesellschaft ergriffen zu haben.

  • Hell strahlt die Dunkelheit

    Ethan Hawke, Schauspieler, Schriftsteller, Drehbuchautor, Produzent. Unterricht in Princeton, England und an der Carnegie-Mellon U in Pittsburgh. Durchbruch mit „Club der toten Dichter“, „Gattaca“, für den Oscar als Bester Nebendarsteller in „Training Day“, Oscarnominierung für adaptiertes Drehbuch „Before Sunset“. Romane bei KiWi „Hin und Weg“, „Aschermittwoch“, „Regeln für einen Ritter“. (Wikipedia)

  • Mädchen, Frau etc.

    Bernardine Evaristo, mit brasilianischen, irischen und deutschen Wurzeln. Studium in kreativem Schreiben, Ph.D. 2019 erhielt sie als erste schwarze Schriftstellerin den renommierten Booker Prize für ‚Mädchen, Frau etc.“ (Wikipedia)
    Tanja Handels, Studium der Anglistik, Komparatistik und Theaterwissenschaft u.a. in Birmingham und München. Stationen Übersetzerin, Lektorin bei der Atlas Gesellschaft für internationale Kommunikation und beim Hugendubel Verlag. 2019 wurde sie mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. (Wikipedia)

  • Die Theologie des Wildschweins

    Die große Insel im Mittelmeer. Seit der Antike besiedelt und verzeichnet, erinnerte deren Form die Griechen an einen Fußabdruck. Bekannt ist sie für ihr Klima und die sardische Küche, selbstverständlich auch für die eigene Sprache. Die Küche, der Wein, der Schnaps: Peccorino, Fregula, Cannonau, Limoncello, Fil di Ferro (Eisenfaden-Schnaps). Schon sind wir mittendrin im sardischen Kolorit, zumindest was das Dorf Telévras anbelangt. Düfte, Geschmäcker, Gebräuche und eine bis ins Kleinste verschworene Dorfgemeinschaft. Kaum ein Fremder, der je in sie vorgelassen werden könnte.