Aktuelles im September 2026
道 Die Vielfalt und das Erbe asiatischer Kampfkünste ermöglichen uns in die Seele und das Denken (manchmal in Ansätzen auch: die Gefühle) fernöstlicher Kulturkreise einzutauchen. Das erfordert allerdings ein intensives Studium, weit über die Bewegungslehre hinaus. Es ist das 道 (dô), der Weg in diesen Künsten, mit dem wir beginnen. Die Meditation über diesen Weg ist der Anfang eines jeden Anfangs und es kostet Mühe, dessen großen Schattenwurf zu überwinden. Das Erlernen aller Technik, gar ihre „Beherrschung“ in den Augen des Meisters, zeugen von keinem Wert an sich, fehlt es an der inneren Haltung, der geistigen Entwicklung des Schülers. So kann der Vortrag einer Kata(型) technisch überzeugen, vom Ausdruck aber leer bleiben. Es gehört ein „Mehr“ dazu, die Kata mit Leben zu füllen als ihr schlicht Rhythmus, Kraft und Geschmeidigkeit zu verleihen. – Fehlt das Ki 気 im Kontext, hier als Lebensenergie beschrieben, bleibt die Präsentation blass. Der Betrachter fühlt die Abwesenheit der Dimension von Geist und Gegenwart. Kata ist nicht nur als Kampf gegen einen oder mehrere vorgestellte Gegner zu verstehen, die das praktische Verständnis für eine Gefahrensituation präsentieren soll, sondern sie ist der innere Ausdruck von Zanshin (禅心): der Zustand wacher Aufmerksamkeit.
