Aktuelles im März 2026
Die entwaffnende Überzeugungskraft, mittels derer der Protagonist den Auftakt des Romans bestreitet, öffnet beim Leser eine Erwartungshaltung hin zu einer schonungslosen Selbstanalyse, die in ihrer Fortschreibung notwendig im Manichäischen münden würde. Doch in diesem Beginn liegt ein kunstfertigerer Auftakt, als zunächst zu vermuten steht. Die gewählte Briefform lässt annehmen, nicht bei der ausschließlichen Introspektion zu verbleiben. Der Auftakt ist Rahmensetzung und Verbindungsweg zugleich. „Der andere Arthur“ ist ein kunstfertig angelegtes Triptychon, das in seinen Teilen von der Einsamkeit der beiden Protagonisten Arthur (der Literaturprofessor) und Arthur („Kel“) (dem jungen Baseballspieler) erzählt, wobei ein dritter Arthur noch eine kleine Nebenrolle füllt. Alle sind auf ihren Lebenswegen miteinander verbunden, ohne sich lange nicht (mehr) zu begegnen, in ein feines Netz eingesponnen. Die Handlung fließt in mit wenigen Stromschnellen, bisweilen strudelt sie, um sogleich wieder ruhig zu gleiten. Das liest sich entspannt, aber zugleich auch spannend, weil dem Leser eine gute Identifikationsnähe zu den Figuren ermöglicht wird. Ein Roman über innere Brüche, verpasste Chancen, Scham und Selbstlüge und Einsamkeit. Das sind deshalb große Themen, weil wir alle sie kennen, oft genug verdrängen und doch immer wieder von ihnen eingeholt werden. Erzählt wird etwas auch über uns als Leser. Darin liegt das zeitlose dieses Romans.
