‚Ach der alte Streit‘, seufzt die Zweite Sophistik, im ‚Phaidros‘ wurde er schon ausgetragen und wir kleben immer noch daran! Wer hält denn nun die Autonomie? Die Philosophie oder eben doch die Rhetorik? Sokrates hatte im ‚Phaidros‘ argumentiert, eine Rhetorik, die auf Wissen beruhe, sei der bloßen Meinung oder möglichen Wahrscheinlichkeiten nach, die zu „Urteilen“ gelange, vorzuziehen. Die ‚Stoa‘ ergänzte, Rhetorik als Wissenschaft sei dem Weisen vorbehalten, mithin einem Menschen, der die vollkommene Einsicht und vollkommene Tugend besitze. Dann unterscheide sich diese Rhetorik von ihrem sophistischen Geschwister, dem es nur an téchnē gelegen sei, um zu überreden, dahin, über sich selbst hinauszuweisen.
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